Das Bankensystem

Das Fiatgeldsystem - einfach erklärt

Wie das Bankensystem funktioniert

G. Edward Griffin: Die Kreatur von Jekyll Island - Die US-Notenbank Federal ReserveIn der heutigen Welt, die derzeit mit Vollgas auf eine säkulare Weltwirtschaftskrise zusteuert, die die gewaltige Krise der Zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wie einen Kindergeburtstag aussehen lassen wird, ist es wichtig zu begreifen, wie das Zentralbankensystem funktioniert. Nur dann versteht man, warum dieses System unweigerlich in die Katastrophe führen muß. Und an sich ist es gar nicht so schwer zu verstehen, wenn man nur die Nebelkerzen beiseite räumt: Zentralbanken schöpfen Geld aus dem Nichts zum Zwecke des Verleihens. Alles Geld wird von einer Bank als Schuld (Kredit) geschaffen und verschwindet bei der Rückzahlung auch wieder bei einer Bank. Und auf diesem Wege trägt es die wahren Werte der Menschen zu den Banken hin, denn es ist mathematisch unmöglich, daß alle Schuldner ihre Schulden bezahlen können, sprich Kredit plus Zinsen, weil immer für jeden einzelnen Kredit das Geld für die Zinsen fehlt. Jeder Kreditnehmer muß also zusehen, irgendwie an das Kreditgeld anderer Kreditnehmer zu kommen. Das heißt, mit mathematischer Sicherheit wird immer jemand seine "Sicherheiten" verlieren. Und genau um diese geht es den Banken. Für die Banken ist Geld nämlich völlig wertlos. Sie können Geld drucken soviel sie wollen. Aber sie können keine echten Werte schaffen. Die Banken saugen somit über das Geld die wahren Werte ab, die die Menschen zwangsweise erschaffen, um ihre kollektiven Schulden und Zinsen "zurück" zu bezahlen.

Eine einfache Erklärung anhand eines konkreten Beispieles

Um die Mechanik des Systems zu verdeutlichen, schrumpfen wir nun die gesamte Welt auf die Größe einer Insel zusammen, und die Erdbevölkerung von sieben Milliarden auf zehn Männer - und eine Bank. Alle haben sich darauf geeinigt, daß alleine die Bank das Recht hat, legales Geld herzustellen, und daß niemand etwas anderes als dieses Geld zur Bezahlung verwendet werden darf. Wir nennen diese Währung "Dollar". Nun gehen alle zehn Mannen zur Bank und leihen sich jeweils 100 Dollar aus, um sich ein Haus zu bauen. Auch willigt jeder ein, der Bank nach Ablauf eines Jahres die 100$ Kredit plus 5$ Zinsen zurück zu bezahlen. Im Vertrag steht weiterhin, daß das Eigentum desjenigen, der sich als zahlungsunfähig erweist, an die Bank über geht.

Andreas Popp: Der Währungscountdown - Das verfehlte Geldsystem: Ursachen und LösungenNun gehen sie alle heim und fangen an Geschäfte miteinander zu machen. Der Erste bezahlt einen Zweiten, um das Fundament auszuheben und wird von einem Dritten bezahlt, um die Fenster zu bauen, während der Vierte den Fünften bezahlt, der ihm das Dach deckt und der wiederum den nächsten, damit dieser die Leitungen verlegt, und alle bezahlen einen, der dafür sorgt, daß Strom vorhanden ist. Soweit, so gut. Die Wirtschaft blüht, weil alle schaffen und Geld ausgeben. Doch auch wenn sie alle extrem fleißig, talentiert, diszipliniert und genügsam sind, wird mindestens einer von ihnen alles verlieren. Das ist keine Resultat von Faulheit, Pech, Gier oder Unfähigkeit. Es ist reine Mathematik und ganz simpel zu erklären: Es sind nur 1.000$ in Umlauf. Da aber jeder einzelne einen Vertrag unterschrieben hat, der ihn verpflichtet insgesamt 105$ zurück zu bezahlen, müßten insgesamt auch 1.050$ in Umlauf sein, damit alle Zehn auch nur theoretisch ihren Vertrag einhalten können.

Und das ist genau der Trick: Diese 50$ extra wurden nie erzeugt. Die gibt es nicht. Das bedeutet, daß wenn neun Mannen ihre Kredite plus Zinsen zurückbezahlen, nur noch 55$ in Umlauf sein können. Selbst wenn die Bank die 45$ "Zinsprofit" ausgeben würde, damit die Männer z.B. das Bankgebäude modernisieren, wäre die gesamte Geldmenge in Umlauf noch immer nicht genug, um es dem zehnten Mann zu ermöglichen, seinen Vertrag einzuhalten. Er muß den Finger heben, und die Bank kassiert sein Haus. Vertrag ist Vertrag.

Aus diesem Grunde wird jeder Betroffene alles tun, und jeder wird bis zum Äußersten gehen, um nicht als "zehnter Mann" zu enden, denn das wäre wörtlich das Letzte. Er wird alles versuchen, um dem Nachbarn sein Geld anzuluchsen, sei es durch höheren Fleiß und härtere Arbeit, durch innovative Erfindungen, durch dubiose Geschäftspraktiken, oder durch blanken Raub. Alle Zehn werden immer sehr vorsichtig mit- und mißtrauisch zueinander sein müssen. Jeder muß den anderen irgendwie über den Tisch ziehen, aber gleichzeitig nicht selbst über den Tisch gezogen werden. Es geht schließlich um's Ganze.
Doch egal was sie tun, am Ende wird immer mindestens einer verlieren. Und dann gibt es noch ein Problem: Selbst wenn sich neun verbünden und den Zehnten zum Frühableben überreden würden, damit die restlichen neun mit seinem Geld alle Kredite zurückbezahlen können, würde alles Geld aus dem Umlauf verschwinden und die Wirtschaft stünde still. Den Übrigen bliebe in diesem System nichts anderes übrig, als wieder von vorne zu beginnen und sich neue Kredite zu holen. Am Ende bestünde die Insel aus einer Bank, einem Sklaven, mehreren Häusern und neun Gräbern.

Doch zurück in die düstere Realität

Brett King: Breaking Banks - Weshalb Banken der Vergangenheit angehören und wer in Zukunft unser Geld verwaltetWenn wir uns nun diese Insel als die Welt vorstellen, und die zehn Mannen als Nationen, werden wir verstehen, warum die Welt so ist, wie sie ist. Wir sind in einem ständigen Kampf. Man benutzt die irreführende Vokabel "Wettbewerb" dafür, aber da wird weder gewettet, noch wird sich beworben. Es wird gekämpft, und zwar jeder gegen jeden. Selbst innerhalb eines sogenannten "Teams" am Arbeitsplatz wird gekämpft, denn niemand will derjenige sein, der beim nächsten "Outplacement" - also auf Altdeutsch bei der nächsten "Entlassungswelle" - ganz oben auf der Liste stehen. Wer gerne unbezahlte Überstunden schiebt, der rutscht einige Plätze nach unten. Wer besondere Qualifikationen hat auch, wer Intrigen gegen Kollegen schmiedet, um selbst besser dazustehen, ebenfalls.
Auf nationaler Skala sieht es eben so aus, daß durch den Zinseszinsmechanismus die Wirtschaft ständig wachsen muß, und dadurch die Menschen ständig damit beschäftigt sind, sich gegenseitig auszubeuten, und wenn das nicht klappt, dann muß das Militär ran. Wir befinden uns ständig irgendwo auf dem Globus in irgendeinem Krieg, bei dem es immer um Resourcen für die Wirtschaft geht, und nicht, wie gerne behauptet, um Menschenrechte. Das nennt man "Strategie der Spannung". Und es ist egal wer gewinnt und wer verliert, denn es ist wie im Spielkasino: Die Bank gewinnt immer, und letztlich arbeiten alle für irgendeine Bank, die Bankangestellten direkt, die anderen um mehrere Ecken. Die Banken sind das Α und das Ω, der Ursprung und das Ende des Geldes. Dort entsteht es, und dorthin geht es zurück.
Nationen gewinnen nur die Kriege. Die Gewinne gehen allerdings an die Banken, die die Kriegsmaschinerie des Siegers und vermutlich auch die des Verlierers vorher finanziert haben. Der Sieger plündert den Besiegten und die Banken nehmen dem Sieger die Beute wieder weg, denn er schuldet ihnen mehr als er nach dem Krieg noch übrig hat. Dann werden alle Schulden anulliert, die Zinsen auf Null gesetzt und es werden an die Streithähne neue Kredite vergeben. Das Spiel geht von vorne los. Ein neuer Zinszyklus beginnt:
Wiederaufbau → Wirtschaftswunder → Wirtschaftsblüte → Stagnation → Schuldenkrise → Finanz-Crash → Wirtschaftskrise → Krieg / Bürgerkrieg → Abkassieren → Währungsreform → Wiederaufbau

Geld regiert die Welt - doch wer regiert das Geld?

Ein weitverbreiteter Irrtum, um nicht zu sagen eine Lebenslüge, ist die, daß Regierungen oder Staaten Geld herstellen. Dem ist nicht so, und das läßt sich leicht nachweisen: Wenn dem so wäre, warum sind dann alle Staaten verschuldet? Und warum sind gerade die wirtschaftlich stärksten Staaten auch am höchsten Verschuldet? Wenn die Staaten, wie oft behauptet, untereinander verschuldet wären, dann müßte die gesamte Weltverschuldung bei exakt Null liegen, denn die Schulden des einen sind das Vermögen des anderen. Und vor allem: Bei wem sind denn alle Staaten verschuldet? Bei anderen Planeten?
Die Erklärung ist ganz irdischer Natur: Da Geld ausschließlich von Banken hergestellt, kann alles Geld auch nur Banken geschuldet werden, da ja alles Geld auch dort seinen Ursprung hat, und ausschließlich als Kredit die Bank verläßt, was automatisch bedeutet, daß es irgendwann dorthin zurückkehren muß, findet es folglich auch dort sein Ende.

Bernd Senf: Der Nebel um das Geld: Zinsproblematik - Währungssysteme - WirtschaftskrisenNun suggeriert jedoch die Propaganda, daß der Staat über den Banken stünde. Wenn wir jedoch den Ventilator anstellen, um den Vorhang propagandistischer Nebelkerzen des medial-politischen Komplexes beiseite zu schieben, stellen wir fest, daß auch hier das Gegenteil der Fall ist. Stünde der Staat über den Banken, könnte er z.B. drei Platinmünzen mit dem Nominalwert von jeweils einer Billion Euro prägen, diese der EZB schicken und sagen "Stimmt so..."
Doch der Staat ist nicht der Herr, sondern nur der Schuldner, und somit der Knecht der Banken. Haften tut er mit dem Vermögen seiner Bürger. Daher heißen die so. Weil sie bürgen. Es sind die Sklaven auf der großen Plantage, deren Besitzer die großen Banken sind. Der Staat ist lediglich der Aufseher, der die Peitsche schwingt. Und den dürfen sich die Sklaven auch selber aussuchen, damit alle glauben, sie hätten eine Wahl.

Jedes "gesetzliche Zahlungsmittel" in fast allen Ländern, wird von Zentralbanken hergestellt, die wiederum auf die eine oder andere Weise mit der US-Notenbank Federal Reserve verknüpft sind. Der US-Dollar ist schließlich die Weltleitwährung. Unternehmen, Individuen und auch Regierungen, leihen sich Geld von privaten Geschäftsbanken. Die Zentralbanken generieren einfach das Geld aus dem Nichts und leihen dieses Geld den Geschäftsbanken, die es wiederum zu einem höheren Zinssatz an ihre "Kunden" verleihen. Das ist keine Theorie und auch kein Geheimnis. Das erklärt sogar die FAZ im Wirtschaftsteil: Wie kommt Geld in die Welt?

Was in diesen Artikel geflissentlich verschwiegen wird, ist der Mechanismus, der dahintersteckt, und der durch Zins und Zinseszins betrieben wird. Es ist nämlich egal, wie hoch oder wie niedrig der Leitzins ist, die Wirkung ist immer die selbe: Durch den Zins werden die Menschen gezwungen immer härter und immer länger und für immer weniger Geld zu arbeiten, die Preise und Beiträge gehen hoch, die Kaufkraft und Leistungen hingegen werden weniger. Das Resultat ist immer Krise, Kollaps und Krieg.
Die Zinsen im System wachsen nämlich exponentiell an, während die Wirtschaft nur linear wachsen kann. Ab einem bestimmten Punkt kann die Wirtschaft wachstumsmäßig nicht mehr mithalten, obgleich sie bereits seit Jahren im roten Bereich dreht. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie mit einem großen Knall zum Stillstand kommt. Der kommende Kollaps ist also nicht nur unausweichlich, sondern er ist sogar beabsichtigt, und daher im Gewebe des Systems selbst verankert.
Was geschieht bei einem Kollaps? Der Reichtum wird im Schnellgang von den Vielen zu einigen Wenigen umverteilt. Was die Mehrheit als Krise begreift, ist für das Bankenkartell die schönste Bescherung, denn die bekommen nun all das wofür Millionen Menschen ihr Leben lang gearbeitet haben. Doch jede Krise birgt auch Chancen. Das ist die Stunde, in der neue Dynastien entstehen.

Nachdem die Titanic den Eisberg traf [1] und das Wasser bereits eindrang, soll Bruce Ismay gesagt haben, daß dieses Schiff nicht sinken konnte. Thomas Andrews, der Chefingenieur, antwortete: »Sie ist aus Eisen, mein Herr. Ich versichere Ihnen: Sie kann sinken. Und sie wird sinken. Das ist eine mathematische Gewißheit.«


Bankgeschäfte sind notwendig. Banken nicht.


[1] Alles Sehen ist perspektivisches Sehen: Was wir die "Titanic-Katastrophe" nennen, war für die Hummer in der Kombüse des unsinkbaren Schiffes ein göttliches Wunder.


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